Willkommen beim NABU Lockweiler-Krettnich

Wir zerstören Millionen Blüten, um Schlösser zu errichten, dabei ist eine einzige Distelblüte wertvoller als tausend Schlösser. (Leo N. Tolstoi 1828-1910)

Der Schwarzwälder Hochwald zu Pferd

Unsere Heimat ist ein idyllischer Ort für Ross und Reiter. In mitten des Schwarzwälder Hochwaldes wechseln sich dunkle Fichtenwälder, sonnendurchflutete Buchenwälder sowie die Auenlandschaft der Prims ab. Die leicht hügelige Landschaft rund um Krettnich, Lockweiler und Primstal lädt zu ausgedehnten Ausritten ein. Man kann stundenlang reiten ohne auf eine stark befahrene Straße zu treffen.

 

Meine Tätigkeiten als 2. Vorsitzende des NABU Lockweiler-Krettnich übe ich meist hoch zu Ross aus. Das Gelände ist einfacher und vor allem umweltfreundlicher mit dem Pferd zu durchqueren, als mit dem Auto. Bei ausgedehnten Ausritten nimmt man die Natur anders wahr als zu Fuß oder gar mit dem Auto. Die Fluchtdistanz der scheuen Waldtiere wie Rehe oder Füchse ist in Gegenwart des Pferdes lang nicht so groß wie ohne das Pferd. Aus diesem Grund bin ich meist mit meiner Stute im Wald und auf den Feldern unterwegs um die seltenen Arten unserer Heimat zu erfassen.

Start meiner Ausritte ist immer das kleine Örtchen Nuhweiler, von wo aus ich direkt in den angrenzenden Buchenwald reiten kann. Der Wald ist naturbelassen und wird durch einige Bäche durchflossen an denen sich Waldsimsen ausgebreitet haben. Rehe und Füchse kreuzen meinen Weg und auch den Waldkauz höre ich zu später Stunde. Nach einigen Höhenmetern erreiche ich den Primstaler Handenberg, eine kleine Erhöhung nördlich der Prims zwischen Primstal und Krettnich. Hier zieht es mich oft hin um die heimischen Greifvögel bei der Jagd zu beobachten. Die von der NABU Ortsgruppe Lockweiler-Krettnich installierten Ansitze für Greifvögel werden gern genutzt. Die angrenzenden Acker- und Wiesenflächen sind ideale Jagdhabitate für Greifvögel wie Habicht, Sperber, Bussard und oft auch den Rotmilan. Nicht selten schwebt auch der seltene Schwarzstorch, der seit ein paar Jahren wieder im angrenzenden Nachbarort nistet, über die Anhöhe des Handenberges hinweg.

Vom Handenberg aus führt mich der Weg abwärts in Richtung Prims. Unterwegs komme ich an einer Wiese vorbei, die reich an seltenen Orchideen ist. Diese Fläche hat das größte Aufkommen des Breitblättrigen Knabenkrautes in unserer Heimat. Wir hoffen, dass sich die Wiese weiterhin so gut entwickelt und vielleicht auch weiter ausbreitet.

An bzw. in der Prims angekommen begutachte ich die Bruthöhlen der Eisvögel in den steilen Uferkanten der Prims. Der Eisvogel hat an der Prims ein ideales Brut- und Jagdhabitat gefunden. Steile Abbruchkanten bieten ihm Nistmöglichkeiten und die überhängenden Äste von Esche und Erle, die den Gehölzsaum der Prims hauptsächlich ausmachen, bieten ihm ideale Ansitzmöglichkeiten zur Jagd. Ein weiterer seltener Vogel ist die Wasseramsel, die sich gerne im dichten Gehölzsaum der Prims aufhält und brütet. Die Prims bietet mit ihrem geröll- und kieshaltigem Gewässerbett, den dichten Ufersäumen und der Eisfreiheit im Winter ein ideales Bruthabitat der Wasseramsel. Die Population dieser Art ist in den vergangenen Jahren gleichgeblieben bzw. leicht gestiegen.

Nicht zu übersehen sind natürlich die Spuren des Bibers an und um die Prims. Nach der Ansiedlung von 2 Paaren im Jahr 1998 hat sich die Population des Bibers gut entwickelt. Im Herbst und Winter sind die Streuobstwiesen am Rande der Primsaue ein gefundenes Fressen für ihn und seine Nachkommen. Vorsorglich haben wir mit unserer Ortsgruppe alle Bäume in Reichweite des Bibers mit Zäunen geschützt.

Apropos Streuobstwiese, in der Kulturlandschaft rund um unsere kleinen Dörfer ist die Streuobstwiese als wichtiger Lebensraumtyp nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig besuche ich unsere Streuobstwiese nördlich von Lockweiler. Hier kann ich oft den Neuntöter beobachten, jedoch vermisse ich den Wiedehopf und das Braunkehlchen, welche seit Jahren nicht mehr in den Streuobstwiesen rund um Lockweiler und Krettnich gesehen wurden. Durch Wald und Wiese wo ich nicht selten auf eine Rotte Wildschweine treffe, geht es zurück zu meinem Ausgangspunkt Nuhweiler.

Liebe Grüße Christina Hässig